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Überarbeitete Norm für Orientierungslauf-Karten: ISOM 2017

Die Internationale Norm für Orientierungslaufkarten (englisch: International Specification for Orienteering Maps, kurz: ISOM) ist im letzten Jahr erneuert worden. Wie es zur neuen Norm, der "ISOM 2017", gekommen ist, hat Gian-Reto Schaad in einem Beitrag für die Schweizerische Gesellschaft für Kartografie festgehalten:

Der Internationale OL-Verband (IOF) überarbeitete die bestehende Norm für OL-Karten ISOM 2000 und gab die neue Norm im April 2017 als ISOM 2017 heraus. Diese Norm gilt für alle internationalen Veranstaltungen, wie die Europameisterschaft im Tessin im Mai 2018. Der nationale Verband Swiss Orienteering hat diese Norm übernommen und gibt diese mit weiterführenden Empfehlungen als nationale ISOM 2017 CH heraus.

Die technologischen Entwicklungen wie Airborne Laserscanning bei den Karten-Grundlagen, GPS bei der Geländearbeit und der digitale Vierfarbdruck wurden bei der Überarbeitung der ISOM berücksichtigt. Die Grundanforderungen haben sich jedoch nicht geändert. Die Lesbarkeit der Karte ist immer noch der wichtigste Aspekt einer OL-Karte. Bei der Herstellung einer lesbaren Karte ist Generalisierung das Schlüsselwort. Das bedeutet, dass der Kartograf immer die Methoden Auswählen, Vereinfachen, Verschieben und Vergrössern anwenden muss.

Die Norm beschreibt neu auf zwei Seiten die grafischen Minimaldimensionen mit Mindestabständen, minimalen Linienlängen und Mindestgrössen von Flächen.ol_minimaldimensionen_isom17

Die Nordlinien auf einer OL-Karten zeigen die magnetische Nordrichtung an und verlaufen parallel zum Papierrand. Somit ist die OL-Karte gegenüber dem Referenzsystem abgedreht, zeigt jedoch dieselbe Nordrichtung wie der Kompass an. In der Schweiz wurden jedoch die OL-Karten in den letzten Jahren gegenüber dem Referenzsystem (CH 1903 oder LV 95) nicht abgedreht, da die Deklination kleiner als 2° und diese Drehung somit vernachlässigbar war. Mit der Zunahme der Deklination wird diese in Zukunft auch auf den OL-Karten in der Schweiz zu berücksichtigen sein.

Die ISOM 2017 spezifiziert nun etwa einhundert verschiedene Signaturen. Eine neue Liniensignatur ist der Schützengraben oder die Felsspalte. Diese werden mit einer schwarzen, feinen Doppellinie dargestellt. In der neuen Norm wurden Geometrien von zwei Punktsignaturen (braunes Dreieck und blauer Asterisk) geändert, um Personen mit eingeschränkter Farbwahrnehmung das Lesen der Karte zu erleichtern.

ol_punktsignaturen_isom17

ol_arosa_isom17
OL-Karte Arosa (Ausschnitt) erstellt nach der neuen Norm ISOM 2017. Quelle: OLG Chur

Es bleibt zu hoffen, dass die ISOM 2017 eine ebenso hohe Akzeptanz geniesst bei den OL-Kartografen und Athleten wie die bisherige ISOM 2000.

Die ISOM 2017 findest du hier.

von Gian-Reto Schaad